Zur Startseite


Stadtgeschichte


Die Südliche Friedrichstadt – Ein Quartier mit vielen Gesichtern
Die Südliche Friedrichstadt spiegelt den Wandel Berlins wie kaum ein anderes Quartier in der Stadt. Was bei oberflächlicher Betrachtung nicht ins Auge fällt entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als vielseitiges Lesebuch politischer, sozialer und kultureller Entwicklungen.

Quartier im Wandel – seit  1732
1732 wurde die Friedrichstadt nach Süden erweitert. Blockrandbebauung, zunächst mit vielen Gärten und Freiflächen, prägte das Straßenbild. Das Gebäude des Jüdischen Museums (Altbau) stammt aus dieser Zeit. Ihren Abschluss fand die Friedrichstraße im Süden in einem “Rondell“ (später Belle Alliance Platz heute Mehringplatz).

Friedrichstraße, Kochstraße, Mehringplatz
Im späten 19. Jhr. entwickelte sich die Friedrichstraße zur Vergnügungsmeile der Stadt. Um die Kochstraße konzentrierte sich im so genannten Zeitungviertel das Presse- und Verlagswesen. Das ehemalige „Rondell“, wurde zum Belle-Alliance-Platz, welcher einer der schönsten Plätze Berlins war. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der stark zerstörte Platz als Mehringplatz im Stile der modernen Architektur rekonstruiert.

Nach dem Krieg: Experimentierfeld des Städtebaus
Die Neuplanung des kriegszerstörten Quartiers mit aufgelockerter Struktur in den 60er und 70er Jahre folgte in den 80ern die behutsame Stadterneuerung. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) wurden bedeutsame Architekten eingeladen innovative Wohn-Konzepte, Wohntürme, Stadtgärten und Durchwegungen umzusetzen.

Neue Zentralität: "Kritische Rekonstruktion" und neue Solitärarchitektur
Mit der Öffnung der Mauer rückte die Südliche Friedrichstadt zurück in die Mitte Berlins. Viele Baulücken in Grenzlage wurden mit spektakulären Gebäuden geschlossen und alte Gebäude erstrahlten in neuem Glanz. Wie kaum anderswo in Berlin findet man die Prinzipen der „kritischen Rekonstuktion“ (Traufhöhe und zurückhaltende Gestaltung), die der "behutsamer Stadterneuerung", und der zeitgenössichen Solitärarchitektur (Hochhäuser, innovative Gestaltung) kombiniert. zum Architektur-Video...

Weltgeschichte trifft die Kiezrealität
Der Checkpoint Charly ist heute einer der wichtigsten Touristenmagneten Berlins. Ebenso das Jüdische Museum. Mit 10 Museen aller Sparten und weiteren Kulturmagneten ist seit dem Mauerfall ein neues Kultur- und Geschichtsquartier entstanden. Obwohl seit kurzem viele Galerien und Kreativunternehmen (siehe Karte) das Quartier beleben ist die Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten noch ausgeprägt. Seit 2005 existiert am Mehringplatz ein Quartiersmanagement, dass den sozialen Problemen der Gegend entgegenwirken soll. Laut Sozialstrukturatlas zählt das Quartier zu einem der sozial schwächsten in Berlin.

um 1900

 

ETA-Hoffman Passage

 

ehem. Ullsteinhaus

 

 GSW-Haus und Springer